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Traditioneller Beruf im Wandel moderner Strukturen

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Im Stuckateur-Handwerk vollzieht sich seit einigen Jahrzehnten ein massiver Wandel. Zwar stehen Grundlagen der Stuckornamentik auch heute noch auf dem ‘Know-how Zettel‘ des guten Stuckateurs, doch wurden und werden im Laufe der Jahre neue attraktive Aufgabengebiete, die maßgeblich und unerlässlich für das heutige Handwerk sind, erschlossen.

Das Schlagwort der Neuzeit ist ‘Nachhaltigkeit‘. Deshalb erweitert sich das Aufgabengebiet des Stuckateurs um Energiesparmaßnahmen wie z.B. Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS), die eine alte Methode, das simple Auftragen von zwei Lagen Außenputz, ablösen. Zudem sind heute im Innenputz neben dem Gips-Putz auch Kalk- und Lehmputze gefragt.

Ein weiteres Aufgabengebiet des modernen Stuckateurs sind Maler- und Anstricharbeiten, da sich Oberflächen innen wie außen nicht nur mit Putz- und Spachteltechnik gestalten lassen, sondern auch mit Farbe. So obliegen z.B. farbige Putztechniken oder das Tünchen von Wand- und Deckenflächen mit Kalk und Kreide dem Stuckateur-Handwerk. Heute wird das Handwerk durch Trockenbau- und Putzarbeiten (Wand- & Deckenflächen) erweitert.

Die Fähigkeiten des modernen Stuckateurs sind demnach auch im Trockenbau sehr gefragt. Immer mehr steigen die Ansprüche an Wärme- und Schallschutz. Doch auch brandschutztechnisch steigen die Anforderungen. Traditionelle Handwerkstechniken werden vor Allem in der Restaurierung und Denkmalpflege gefordert.

Ein Stuckateur ist aber vor Allem für das Gestalten von Oberflächen in verschiedenen Gestaltungsarten verantwortlich. Gemeinsam mit dem Kunden und dem leitenden Architekten erfolgt eine Abstimmung in Farbe, Anstrich, Papier und Stoffen, Spachteltechniken u.v.m.. Dem Ganzen sind kaum Grenzen gesetzt, wodurch sich das Stuckateur Handwerk als vielseitiger, interessanter und kreativer Beruf entpuppt.
 

Die Ausbildung

Die Ausbildung zum Stuckateur dauert in der Regel 3 Jahre. Bei höheren Schulabschlüssen oder bei längerer artverwandter Berufserfahrung kann die Dauer jedoch verkürzt werden. Die Ausbildung findet blockweise im Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule & Lehrwerkstatt (überbetriebliche Ausbildung) statt. Während der Ausbildungszeit ist es erforderlich, eine praktische und theoretische Zwischenprüfung abzulegen. Die Ausbildung endet mit der theoretischen und praktischen Gesellenprüfung.

Berufsschule: Außenstelle Berufskolleg Ulrepforte, Gereonsmühlengasse 5,50670 Köln
Berufsfelder: Bautechnik & Holztechnik
Überbetriebliche Ausbildung: Bildungszentrum Butzweilerhof, Hugo-Eckner-Straße 16, 50829 Köln
 

Die Aufstiegsmöglichkeiten

Nach der Gesellenprüfung ist es möglich, vom Betrieb zum Kolonnen- oder Baustellenpolier ernannt zu werden. Mit dem Gesellenbrief kann aber auch die Weiterbildung zur Meisterprüfung erfolgen. Mit dem Erreichen des Meistergrades darf der Stuckateur Lehrlinge ausbilden, Bauleiter werden oder eine Firma selbstständig führen.

Des Weiteren kann ein Stuckateurmeister auch verschiedenen Spezialisierungsmöglichkeiten, wie z.B. Restaurator im Handwerk, Gebäude-Energie-Berater oder Betriebswirt im Handwerk, nachgehen. Weitere Informationen können bei der ‘Handwerkskammer zu Köln‘ oder der ‘Akademie des Handwerks in Schloss Raesfeld‘ erfragt werden.